Sagaland

4. September 2012 | Von | Kategorie: Denkspiele, Merkspiele

Es war einmal ein fabelhaftes Brettspiel, das zwei bis sechs Kinder in die zauberhafte Welt der Märchen entführen wollte. Dort hatten die Spieler ab sechs Jahren die Aufgabe, im dunklen Märchenwald verschiedene wundersame Gegenstände zu suchen und zum König von Sagaland zu bringen, der natürlich im sagenhaften Märchenschloss lebte.
Das Brettspiel mit Namen Sagaland gibt es auch heute noch und wenn noch nicht alle spielenden Kinder gestorben sind, dann spielen sie es auch heute noch 🙂

Bevor es losgehen kann, wählen die Spieler sich eine farbige Spielfigur und stellen diese in das kleine Dörfchen, das auf der einen Seite des Spielbrettrandes zu sehen ist. Von dem Dorf aus führt ein Weg direkt zum Schloss des Königs von Sagaland. In diesem Schloss wird der Kartenstapel mit den Märchenkarten platziert und die oberste Karte aufgedeckt. Die offen ausliegende Karte zeigt immer den größten Herzenswunsch des Königs, der natürlich umgehend erfüllt werden sollte. Die Gegenstände auf den Märchenkarten sind auch auf den Tannenbäumen abgebildet, die im Wald auf die entsprechenden Felder verteilt werden. Das Ziel besteht darin, im Wald nach den Märchengegenständen zu suchen und „ins Schloss zu bringen“.
Wer an der Reihe ist, würfelt mit beiden Würfeln und bewegt seine Spielfiguren um die entsprechende Anzahl an Feldern in eine Richtung. Wer bei einem Baum zum Stehen kommt, darf sich die Unterseite des Baumes ansehen, um herauszufinden, was unter diesem versteckt ist. Wer den gesuchten Märchengegenstand entdeckt hat, eilt schleunigst zum Schloss und sobald er am Schlosstor angekommen ist, kann er dem König verraten, wo sich sein Wunschobjekt befindet. Als Belohnung erhält er die Märchenkarte.
Allerdings ist es nicht ganz so einfach wie es sich anhört, denn erstens suchen alle Mitspieler nach den Dingen, die des Königs Herz begehrt, und zweitens gibt es auch noch ein paar weitere Regeln: Würfelt ein Spieler einen Pasch, dann darf er die Märchenkarten mischen und eine neue Karte aufdecken, so dass der König plötzlich etwas ganz anderes haben will und die Suche von vorne losgehen muss. Eine weitere Schwierigkeit ist das Schlossgelände, auf dem sich nur eine Figur aufhalten darf. Betritt die zweite Figur das Gelände, muss der vorherige Spieler mit seiner Figur wieder im Dorf anfangen.
Der Spieler, der sich so gut im Märchenwald auskennt, dass er dem König drei Herzenswünsche erfüllen und so drei Märchenkarten ergattern konnte, gewinnt das Spiel.

Das fantastische Brettspiel von Alex Randolph und Michael Matschoss, das 1982 mit dem Titel Spiel des Jahres ausgezeichnet wurde, fördert die kognitiven Fertigkeiten, d.h. in erster Linie die Merkfähigkeit. Aber auch strategisches und taktisches Denken ist von Vorteil, um bei diesem Spiel die Nase vorn zu haben.

Variante:
Um Sagaland für jüngere Kinder zu vereinfachen, können manche Regeln außer Acht gelassen werden. So ist es z.B. nicht zwingend notwendig, die Pasch-Regel zu spielen und die Spielregel kann auch dahingehend verändert werden, dass mehrere Figuren das Schlossgelände betreten dürfen.
Der Schwierigkeitsgrad kann allerdings auch noch gesteigert werden, wenn das nötig sein sollte, indem die Möglichkeit geschaffen wird, zwei Bäume miteinander zu vertauschen – z.B. anstatt seine Figur zu bewegen oder wenn eine bestimmte Zahl gewürfelt wird.

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