Haselnussbande

13. Juni 2012 | Von | Kategorie: Denkspiele, Merkspiele, Taktikspiele

Die Haselnussbande ist eine Gruppe von Eichhörnchen, die sich ihre Zeit damit vertreibt, die schmackhaftesten Leckereien im Wald zu sammeln. Zwei bis vier Spieler schlüpfen in die Rolle der Eichhörnchen und jeder versucht, als erstes sieben Waldfrüchte zu horten. Dabei ist es für die kleinen Sammler ab fünf Jahren wichtig, das Waldgebiet zu meiden, in dem sich der Frischling Freddie aufhält, denn wenn es um die begehrten Delikatessen des Waldes geht, versteht das Wildschwein-Junges keinen Spaß!

Zunächst werden die Futterplättchen verdeckt in die Vertiefungen des Spielplans gelegt, auf dem anschließend die runde Spielscheibe platziert wird. Dann wählt sich jeder Spieler eine Farbe, bekommt die entsprechende Eichhörnchen-Figur und setzt diese auf einen Baumstamm in einer Ecke des Spielplans. Nun wird reihum gespielt.
Wer an der Reihe ist, würfelt mit dem Holzwürfel, auf dem verschiedene Waldtiere abgebildet sind. Jedem der Tiere ist ein Waldbereich zugeordnet. Danach setzt der Spieler sein Eichhörnchen auf ein leeres Futterloch des gewürfelten Waldbereiches. Zeigt der Würfel Freddie, den Frischling, stellt der Spieler Freddie in einen beliebigen der vier Bereiche. Von dort fliehen alle Eichhörnchen auf den Baumstamm in der Mitte des Spielplans und dürfen von ihrem Besitzer erst wieder eingesetzt werden, wenn sie in ein Waldstück möchten, in dem Freddie sich nicht befindet und Wache hält. Nach dem Würfeln und Einsetzen bzw. Bewegen, wird der Spielplan ein Stück weiter nach links oder nach rechts gedreht, bis er wieder einrastet. Dabei haben die Eichhörnchen die Chance, Futterplättchen zu bekommen, denn die Unterseite der Figuren ist ebenso wie die Futterchips magnetisch und so zieht die Eichhörnchen-Figur das Futter an. Alle Eichhörnchen, die Futter entdeckt haben, dürfen dieses in ihre Höhle legen. Das Kind, das entweder vier gleiche Vorratsplättchen oder sieben verschiedene Leckereien gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Das Kinderspiel Haselnussbande von Birgit Hähnle ist auf den ersten Blick recht glücksabhängig, da die Kinder nicht wissen können, an welcher Stelle im Wald welches Futterplättchen versteckt ist. Doch taktisches Denken ist dennoch vonnöten, denn es gilt z.B. beim Versetzen von Freddie darauf zu achten, welche gegnerischen Eichhörnchen man vom Waldboden vertreiben will, weil sie schon viele Futterplättchen gesammelt haben. Auch logisches Denken und die Merkfähigkeit werden mit dem Spiel geschult, wenn es darum geht, seine Figur auf das richtige Futterloch zu setzen, um dann beim Drehen der Spielscheibe ein Plättchen zu ergattern. Das Beantworten der Fragen „Wo war ein Futterchip versteckt?“ und „In welche Richtung muss ich drehen, um das Plättchen zu bekommen?“ hilft beim Setzen des eigenen Eichhörnchens.

Varianten:
Auch für jüngere Kinder ist das Spiel Haselnussbande durchaus geeignet, um das Kennenlernen und Erkennen von Farben, die Erweiterung des Wortschatzes und das Unterscheiden der verschiedenen Tieren und Pflanzen zu fördern. Da die Konzentration in den meisten Fällen bei Kindern unter fünf Jahren nicht so hoch ist, sollte das Spielziel unter Umständen anders formuliert sein, so dass z.B. der Spieler gewinnt, der zuerst drei Futterchips hat. Je nachdem, wie alt die Kleinen sind und wie hoch deren Frustrationstoleranz beim „Rausschmeißen“ ist, kann das Spiel mit, anfangs aber auch erstmal ohne Freddie gespielt werden. Wird der Frischling gewürfelt, dann darf der Spieler entweder einfach noch einmal würfeln oder er muss in dem Waldgebiet stehenbleiben, in dem er sich gerade befindet.
Selbstverständlich kann das Spiel auch anspruchsvoller gestaltet werden, indem man das Gedächtnis noch ein wenig mehr fordert. Dazu werden die Futterplättchen offen in die Futterlöcher gelegt, so dass sich die Kinder – je nachdem, welches Ziel sie verfolgen – merken müssen, an welcher Stelle sie die Leckerei sammeln können, die ihnen noch fehlt.

Schlagworte: , , , ,

Schreibe einen Kommentar