Grabsch

13. September 2012 | Von | Kategorie: Reaktionsspiele, Wahrnehmungsspiele

„Kuh und Schaf – die hol ich mir!“ Zumindest ist das die Aufgabe der zwei bis vier Spieler bei dem Kartenspiel Grabsch. Die Kühe und Schafe müssen sich eine Weide teilen, und das macht es den kleinen Viehhirten ab sechs Jahren ganz schön schwer, am Abend die Tiere auseinander und in die richtigen Ställe zu bringen. Auf der Weide herrscht nämlich ein ziemliches Durcheinander und da kann man schon einmal ein Schaf mit einer Kuh verwechseln …

Ein Spieler ist der Kartenleger. Er mischt alle Karten gut durch und verteilt sie dann möglichst schnell auf dem Tisch. In dieser Zeit suchen die restlichen Spieler nach Kühen und Schafen. Jede Kuh und jedes Schaf in dem Kartenspiel besteht aus drei Teilen: Kopf, Körper und Hinterteil. Auf den Karten des Spiels ist jeweils nur ein Stück von einem Tier zu sehen. Während die Schafe einfarbig sind, zeigt das Fell der Kuh schwarze Flecken. Und doch … einfach ist es nicht, die zusammengehörenden Teile zu finden! Schließlich suchen in dem Chaos alle Mitspieler gleichzeitig und wollen am Ende der Runde die meisten Tiere haben. Die Anzahl der gefundenen Tiere wird auf einem Zettel notiert. Anschließend wird der nächste Spieler zum Kartenleger und eine neue Runde beginnt. Das Spiel endet, sobald alle Kinder einmal Kartenleger sein durften. Nun zählt jeder die Anzahl der Tiere zusammen, die er in allen Runden gesammelt hat. Sieger ist derjenige, der sich die meisten Tiere gegrabscht und in den Stall gebracht hat.

Bei dem Kartenspiel von Jürgen Martens geht es ziemlich hektisch und rasant zu – Action und Spaß ist auf jeden Fall garantiert! Doch neben dem Spielspaß fördert dieses Spiel auch noch die Reaktion sowie die Wahrnehmung. Genaues Hinsehen und Geschwindigkeit sind nämlich unerlässlich, wenn man aus dem Spiel als Sieger hervorgehen will.

Variante:
Jüngere Kinder tun sich bei dem Durcheinander sicherlich recht schwer, wollen das Spiel aber bestimmt trotzdem spielen, wenn sie sehen, wie viel Spaß die Großen daran haben. Um das Spiel einfacher zu gestalten, können die Regeln ein wenig abgeändert werden. So kann z.B. die Abmachung getroffen werden, dass der Kartenleger – als neutrale Person – die Karten nicht so schnell wie möglich auf dem Tisch verteilt, sondern seinen Mitspielern die Zeit gibt, sich die Karten in Ruhe anzusehen. Geschwindigkeit spielt bei dieser Version dennoch eine Rolle, da alle gleichzeitig nach drei zusammenpassenden Karten suchen. Noch leichter wird es, wenn es keinen Kartenleger gibt und die Spieler reihum eine Karte aufdecken. Wer die Karte aufdeckt, darf sich so lange wie nötig oder eine Sanduhr lang die Karten anschauen, um ein vollständiges Tier zu finden. Bei dieser abgeänderten Variante steht die Förderung der Wahrnehmung im Vordergrund.

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